Schulkonzept
Die Drachenfelsschule
Die Drachenfelsschule ist eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen, in denen Kinder und Jugendliche der Städte Königswinter und Bad Honnef und deren weitläufige Einzugsgebiete beschult werden. Zur Zeit besuchen 111 Schülerinnen und Schüler die Drachenfelsschule. In der Drachenfelsschule arbeiten zur Zeit 12 Lehrer/innen, 4 Lehramtsanwärter/innen und mehrere pädagogische Fachkräfte, die uns bei der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen unterstützen. Seit Sommer 2009 gibt es an der Drachenfelsschule eine offene Ganztagsschule, die von einem Superteam pädagogisch betreut wird.
Da die Kinder und Jugendlichen, die unsere Schule besuchen, sich immer noch sehr oft gesellschaftlichen Vorurteilen und Vorbehalten ausgesetzt sehen, wollen wir auch mit dieser Homepage ein wenig dazu beitragen, die Akzeptanz sowohl gegenüber den Schülern/innen als auch der Schule zu erweitern.
Die Ursachen, warum Kinder und junge Heranwachsende in einer allgemein bildenden Schule nicht hinreichend gefördert werden können, sind sehr vielschichtig und nicht monokausal zu erklären. Sprachliche, emotionale, soziale und kognitive Gründe können dazu führen, dass junge Menschen im allgemeinen Schulsystem „versagen”. Dass dieses Versagen auch Ursachen in den großen Lerngruppen der Grund- und Hauptschulen hat, den immer noch finanziell abhängigen Fördermöglichkeiten im vorschulischen Bereich und vieler gesellschaftlicher Faktoren hat, wird in den Diskussionen um Pisa und Begabtenförderung häufig verschwiegen. Andererseits findet in den Förderschulen, mit denen sich der deutsche Staat ein teures Fördersystem leistet, eine sehr individuelle und ressourcenorientierte Unterstützung jedes einzelnen Schülers/in statt. In kleinen Lerngruppen werden die jungen Schülerinnen und Schüler nach häufigen Versagenserfahrungen spielerisch und motivierend an das Lernen herangeführt. Dank der sehr guten Kooperation mit allen anderen Schulen der Gemeinde Königswinter und Bad Honnef werden Lehrer/innen und Eltern sehr frühzeitig beraten und in einem sehr aufwendigen Verfahren wird dann festgestellt, wie der geeignete Förderort für das jeweilige Kind beschaffen sein könnte.
Für die älteren Schüler/innen gehört die Berufsvorbereitung zu einem entscheidenden Lernbereich. In Zusammenarbeit mit anderen Institutionen, wie der Agentur für Arbeit, dem Verband ‚Lernen Fördern’, der Organisation Partner für Schule, den ansässigen Betrieben usw. versuchen wir den Schülern/innen schon sehr früh einen realistischen Einstieg in ein späteres Berufsleben zu vermitteln. In unserem BOB, das zur Zeit von Frau Sichma-Krings geleitet wird, können sich die Schüler/innen selbständig informieren, sich bewerben und Informationen aus dem Internet recherchieren. Das BOB ist als Raum konzipiert, das sich bewusst von einem Klassenraum unterscheidet, und den Schülern/innen eine Atmosphäre der Eigenständigkeit und des Erwachsenseins vermittelt. Bis zu ihrer Schulentlassung erhalten die Jugendlichen entsprechende Unterstürzung durch die Lehrer/innen aber auch durch die kooperierenden Betriebe. Unser Schülerbetrieb „Das Schulcafe McDragon” ermöglicht zusätzlich Einblicke in die Organisation und Planung eines kleinen Wirtschaftsbetriebes.
Neben dem pragmatischen Bereich der Berufsvorbeitung ist es erklärtes pädagogisches Ziel unserer Schule, die Schüler/innen beim Erreichen einer gelungenen Lebensführung zu unterstützen. Wie wir aus vielen wissenschaftlichen Berichten wissen, brauchen gerade unsere Kinder und Jugendliche eine individuelle Unterstützung, die über eine reine Wissensvermittlung hinausgeht. Dabei wollen wir keineswegs Bildungsinhalte vernachlässigen, sondern sie für die Schüler/innen so pädagogisch aufbereiten und realisieren, dass diese aus den Inhalten für ihr eigenes Leben Nutzen ziehen.
Mit dem Konzept der Resilienzförderung wollen wir zunächst in einem Modellversuch ein Programm realisieren, dass vor allem die Förderung des problemlösenden Denkens in den Blick nimmt. Ein Mensch, der erfährt, dass er in der Lage ist, seine Probleme in einer Weise selbst zu lösen, die für ihn und sein zukünftiges Leben bedeutsam und weiterführend ist, erlebt sich auch als selbstwirksam und wichtig. Viele unserer Schüler/innen haben in ihrem bisherigen Leben eher gegenteilige Erfahrungen gemacht und sich als wenig einflussnehmend auf ihr eigenes und das Leben anderer erlebt. Mit einem speziell ausgearbeiteten Curriculum, das nicht nur Lerninhalte und methodisch-didaktische Entscheidungen beinhaltet sondern auch die Schulatmosphäre als einen wesentlichen Einflussfaktor betrachtet, wollen wir das Programm zunächst mit einer Klasse starten, die dabei gemachten Erfahrungen protokollieren, analysieren und anschließend evaluieren. Wir freuen uns auf diese spannende Arbeit mit den Schülern/innen und hoffen sehr, dass dieser neue, gute Ansatz für unsere Kinder und Jugendliche im Hinblick auf ihr weiteres Leben fruchtbringend und erfolgversprechend sein wird.
(Sollten Sie Interessen an den Grundlagen zu diesem Konzept haben, so wird es bald einen Link geben, mit dem Sie sich über das Resilienzkonzept umfassend informieren können)
Franziska Müller-Luhnau
Schulleiterin
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